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Schreiben. Ja, schreiben. Schreiben als Zeitvertreib, schreiben, damit meine Hände etwas zu tun haben. Schreiben, damit mein Kopf etwas zu tun hat. Schreiben um des Schreibens Willen. Lalala, Schrieben. Tinte fließt, ich male Formen, mehr ist es nicht. Schreiben, bis mein Gehirn den Anfang findet. Kognitives Herumfummeln an einem Wollknäuel. Ich stecke den Finger hinein und rühre nach dem Faden, ziehe lose scheinende Enden hinaus und mache versehentlich Knoten. Ich stopfe sie zurück, suche weiter, gebe dann aber auf und fange das Knäuel von außen an. Es hüpft ungeduldig umher und rollte in die andere Zimmerecke. Holpriges Schreiben, suchendes Schreiben. Mehr ist es eigentlich nicht. Schreiben, bis die Formen und die Tinte irgendwie Sinn ergeben.
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Schreiben. Ja, schreiben. Schreiben als Zeitvertreib und schreiben, damit meine Hände etwas zu tun haben. Wie sonst stellt man sich den Wellen entgegen, die unermüdlich in den Sand beißen? Wie sonst erhebt man sich von diesem Stuhl und wie sonst misst man den letzten Sonnenstrahl oder die voranschreitende Verkräuselung der Nelken? Ein alter Blumenstrauß, das Schreiben. Vergessen; zu lange steht er schon da. Schreiben wie greifen. Schreiben, um festzuhalten. Schreiben ist der Finger auf dem Auslöser. Schreiben hat keine Zunge und schmeckt nicht das Blut. Schreiben hat keine Zähne und kriegt die Innenseite der Wange nicht zu fassen. Schreiben hat keine Wangen. Schreiben ist ein entblößtes Gebiss, ein Schädel ohne Haut mit unendlich geöffneten Augen. Schreiben ist das Lineal, mit dem ich die Zeit messe, der unbeugsame Automatismus eines Zeigers, die Regelmäßigkeit der Sonne und das auf und ab des Stifts. Wie Atmen. Atmen als Zeitvertreib.
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Schreiben. Ja, Schreiben. Schreiben als Zeitvertreib. Schreiben als Ausdauersport, mein Herzmuskel schwillt an. Mein Herzmuskel schwillt an und deine Lippen öffnen sich zu einem Lächeln. Beiß mich mit deinen spitzen Eckzähnen. Ich will meine Finger dagegenlegen, bis es wehtut. Brich mir die Knochen, entferne mein Rückgrat. Manchmal, wenn wir uns küssen und deine Nase an meiner liegt. Manchmal, wenn wir uns küssen und ich einatme, wenn du ausatmest, schwillt mein Herzmuskel an. Dann greife ich nach dem Propeller der Zeit und zerschunde mir die Hände bei dem Versuch, die Dauer einer Sekunde zu dehnen, dich länger zu spüren. Länger zu spüren, wie du deine Lippen auf meine presst und die Nähe deiner Zähne, die Schmäle der Schwelle zum Biss.
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